Schotter knirscht unter den Reifen, der Tacho bleibt bei 40, schneller darf hier keiner. Im kurzen Gras hebt ein Buntbock den Kopf, das weiße Gesicht zuerst. Im Norden stehen die Langeberge. Irgendwo unterhalb der Piste fließt der Breede.
Der Bontebok-Nationalpark liegt direkt vor der Stadt: 6 Kilometer von Swellendam nach Angaben von SANParks, 7 Kilometer südlich nach der deutschen Wikipedia. Die Zufahrt zweigt von der N2 ab, rund 5 Kilometer Schotter bis zum Tor. Mit 27,86 Quadratkilometern ist er der kleinste Park im Bestand von SANParks. SANParks selbst empfiehlt ihn als Zwischenstopp zwischen Kapstadt und Garden Route, für ein Picknick, ein Bad oder eine kurze Wanderung. In wenigen Stunden hast du ihn abgefahren.
- Fläche
- 27,86 km²kleinster Park von SANParks
- Entfernung
- 6 bis 7 kmab Swellendam, die Quellen weichen ab
- Gegründet
- 1931bei Bredasdorp, später an den Breede verlegt
- Buntböcke im Park
- 158 bis 200zwei Angaben von SANParks
- Tor Oktober bis April
- 7 bis 19 UhrMai bis September bis 18 Uhr, Stand Oktober 2026
Ein Park für den Buntbock
Der Buntbock (Bontebok) wäre beinahe verschwunden. Nach Angaben von SANParks lebten einmal nur noch etwa 17 Tiere, die englische Wikipedia datiert diese Zahl auf 1931. Im selben Jahr wurde bei Bredasdorp der erste Bontebok-Nationalpark ausgerufen. Das Gelände passte aber schlecht zum Lebensraum der Tiere.
Also zog der Park um. 1961 brachte man die 61 überlebenden Buntböcke an den heutigen Standort am Breede, so die englische Wikipedia; SANParks nennt für den Umzug kein Jahr. Der Bestand wuchs: 1969 zählte SANParks weltweit rund 800 Tiere, heute etwa 3.000. Die Wikipedia spricht von 2.500 bis 3.000.
Wie viele davon im Park selbst leben, sagt SANParks auf zwei Seiten verschieden. Die Geschichtsseite nennt 200, das Maximum, das die Fläche tragen kann. Die Säugetierseite nennt etwa 158. Der weitaus größte Teil der Art lebt also außerhalb des Parks.
Neben dem Buntbock zählt SANParks elf Säugetierarten, darunter Kuhantilope, Rehantilope, Steinböckchen, Greisbock, Karakal, Löffelhund, Kapfuchs und Erdwolf. Beim Kap-Bergzebra gehen die Zahlen auseinander: SANParks nennt 8 Tiere, die deutsche Wikipedia etwa 20. Für Vogelfreunde lohnt sich der Park eher als für Großwildjäger mit Kamera. Über 200 Arten nennt SANParks, die Checkliste des Parks führt 205, nach Wikipedia darunter Paradieskranich, Sekretär und Denham-Trappe.

Das Hochwasser im Mai 2026 und was wieder offen ist
Im Mai 2026 trat der Breede über die Ufer. Im Park riss das Wasser Wege, Pisten und Anlagen mit, alle Wege und Aussichtsdecks am Fluss waren weg. SANParks schloss das Rastlager Lang Elsie's Kraal vorübergehend. Die Zufahrtsstraße zum Unterkunftsbereich war fast völlig zerstört. Sie ist inzwischen repariert.
Seit dem 1. August 2026 öffnet der Park in Phasen. Stand 1. September 2026 sind sechs Chalets, der Campingplatz und die Wege Aloe Hill, Acacia und Termite wieder offen. Geschlossen bleiben die übrigen Chalets am Fluss, der Bushbuck Trail, der Ou Tuin Trail und der Picknickplatz Die Stroom. Die Schäden schätzte SANParks auf 12,3 Millionen Rand.
AchtungDer Park öffnet Stück für Stück, und SANParks meldet jeden Schritt einzeln. Prüf vor dem Besuch auf sanparks.org, welche Wege und Chalets offen sind, besonders wenn du am Fluss baden oder zum Picknickplatz Die Stroom willst.
Wege im Park, mit Längen
Alle Wanderwege beginnen am Rastlager, wenn du dort schläfst, oder am alten Pumpenhaus, wenn du nur für den Tag kommst. Die Längen stammen von SANParks, wo nicht anders vermerkt.
- Acacia Trail, 1,6 Kilometer, ins Inland, gut für Vögel. Wieder offen.
- Blue Crane Trail, 3,2 Kilometer, vorbei am Skilpad Dam, einer Wasserstelle, die das ganze Jahr Wasser führt. Sein Stand nach dem Hochwasser steht in den Meldungen von SANParks nicht.
- Aloe Hill Trail, 3,3 Kilometer, die Wikipedia nennt 2,7 Kilometer ab Rastlager. Oben blickst du über den Breede auf die Langeberge. Wieder offen.
- Bushbuck Trail, 5,4 Kilometer flussaufwärts bis Die Stroom. Geschlossen, Stand 1. September 2026.
- Termite Loop, etwa 6 Kilometer laut Wikipedia. Wieder offen.
- Ou Tuin Trail, ohne veröffentlichte Länge. In Reparatur, Stand 1. September 2026.
Für Räder gibt es den Cobra Mountain Bike Trail, 9,2 Kilometer rund um den Mooi Dam im Osten des Parks, Streckeninfos an der Rezeption. Mit dem Auto fährst du zwei Rundstrecken von je ein bis zwei Stunden, alles Schotter, Tempolimit 40, abschnittsweise 20. Motorräder dürfen rein, Quads nicht. Die längeren Wege in den Bergen hinter der Stadt stehen bei Wandern und Aktivitäten.
Am Breede
Der Fluss bildet die Südgrenze des Parks. SANParks nennt Baden, Angeln und Paddeln als Aktivitäten. Kanu oder Kajak bringst du selbst mit, Motorboote sind verboten. Seit dem Hochwasser sieht das Ufer anders aus: Die Wege und Decks am Wasser hat der Fluss mitgenommen, und Die Stroom, der Bade- und Grillplatz für Tagesgäste, ist noch zu.
Das Rastlager heißt Lang Elsie's Kraal, nach einer Häuptlingsfrau der Khoekhoe. SANParks verortet sie einmal im 18. Jahrhundert, an anderer Stelle nennt es die Jahre 1734 bis 1800. Bei der Lichtung stehen die Ruinen eines kleinen Steinhauses. Wie viele Chalets das Lager hat, sagt SANParks verschieden: zehn Einheiten auf der Unterkunftsseite, sechs plus acht in den Meldungen von 2026. Wer lieber in der Stadt schläft, findet die Häuser bei den Unterkünften.
Tore, Gebühren und die Wild Card
Das Tor öffnet um 7 Uhr. Von Oktober bis April schließt es um 19 Uhr, von Mai bis September um 18 Uhr, Stand Oktober 2026. SANParks behält sich vor, die Zeiten ohne Ankündigung zu ändern. Druck das Registrierungs- und Haftungsformular vorher aus, füll es aus und gib es am Tor mit deinem Ausweis ab.
Für den Tag zahlt jeder die Conservation Fee. Bis zum 31. Oktober 2026 kostet sie für internationale Gäste R206 pro Erwachsenem und R80 pro Kind, für Südafrikaner R61 und R30, für Bürger der SADC-Staaten R94 und R48. Ab 1. November 2026 steigt sie für internationale Gäste auf R227 und R113. Südafrikaner zahlen dann R63 und R32, SADC-Bürger R100 und R50. Als Erwachsener gilt, wer zwölf oder älter ist, Kinder zahlen von zwei bis elf Jahren.
Wer eine Wild Card mit Ausweis vorzeigt, zahlt keine Conservation Fee. Ausländer können nur die International All Parks Cluster kaufen, außer sie haben eine südafrikanische Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis. Sie gilt für mehr als 80 Parks von SANParks und CapeNature und kostet für eine Person R4.680, für ein Paar R7.310, für eine Familie R8.745 (Preise gültig bis 31. Oktober 2026, die Tarife ab November vor dem Kauf bei SANParks prüfen). Für einen Nachmittag im Bontebok-Park rechnet sich das nicht. Für eine Rundreise mit vielen Parktagen kann es anders aussehen.
Über den Tradouw-Pass nach Barrydale
Die R324 verlässt die N2 bei Buffeljagsrivier, rund 12 Kilometer östlich von Swellendam, und läuft nach Norden über den Tradouw-Pass nach Barrydale an der Route 62. Der Pass ist 14 Kilometer lang. Thomas Bain baute ihn ab 1868 mit Sträflingen, Gouverneur Sir Henry Barkly eröffnete ihn am 27. Oktober 1873. Getauft war er auf den Namen Southey Pass. Der hielt sich nicht.
Barrydale liegt laut Wikipedia rund 50 Kilometer nördlich von Swellendam, im Tradouw-Tal zwischen Overberg und Kleiner Karoo. Der Ort entstand 1878 und ist seit 1881 offiziell ein Dorf. Von hier führt die Route 62 weiter nach Westen Richtung Montagu.
Suurbraak
Suurbraak liegt an derselben R324, Luftlinie rund 19 Kilometer von Swellendam. Die London Missionary Society gründete das Dorf 1812 als Missionsstation für die Attaqua. Wer zum Tradouw-Pass fährt, kommt ohnehin hindurch.
Malgas und die Fähre über den Breede
Malgas liegt laut Wikipedia rund 30 Kilometer südöstlich von Swellendam am Breede. Früher fuhren Schiffe 35 Kilometer flussaufwärts bis hierher. Bekannt ist der Ort für seine Fähre, die Pont: lange die letzte handgezogene Seilfähre Südafrikas. Seit Dezember 2020 fährt sie mit Motor, ein Dieselmotor treibt zwei Hydraulikantriebe, die Schwimmkörper stecken in einem gelben Stahlrahmen.
Die Fähre ist die einzige Fahrzeugquerung des Breede auf den Nebenstraßen zwischen der N2 bei Swellendam und Cape Infanta und spart einen Umweg von rund 90 Kilometern. Für Autos war sie kostenlos. Am 12. Mai 2026 legte sie wegen des Hochwassers an, der Fluss war über 7 Meter gestiegen. Die Overberg District Municipality wollte sie spätestens am 8. Juni 2026 wieder fahren lassen. Bestätigt ist das nicht. Frag vorher bei der Gemeinde nach, Telefon 028 425 1157, sonst stehst du am Ufer und fährst die 90 Kilometer doch.
Witsand und die Breede-Mündung
Witsand liegt an der Mündung des Breede, nach der englischen Wikipedia rund 50 Kilometer von Swellendam, und nennt sich „Whale Nursery of South Africa“. Jedes Jahr zwischen Juni und November sammeln sich dort Südkaper. Im Oktober bist du also noch in der Saison. Im Fluss bei Witsand leben einige der größten je erfassten Bullenhaie; Angriffe sind keine gemeldet. Von Malgas bis zur Mündung sind es rund 25 Kilometer Flusslauf.
Infanta
Ebenfalls an der Breede-Mündung liegt Infanta, ein Badeort an der St Sebastian Bay, laut Wikipedia rund 80 Kilometer südöstlich von Swellendam. Der Name geht auf Kap Infanta zurück und damit auf João Infante, Kapitän einer Karavelle unter Bartolomeu Dias. 2011 lebten dort 90 Menschen.
De Hoop Nature Reserve
De Hoop gehört CapeNature und ist mit rund 34.000 Hektar Welterbe. Das Büro liegt in Luftlinie etwa 48 Kilometer von Swellendam. Zwischen Juni und November kalben und paaren sich die Südkaper vor der Küste. Das Meeresschutzgebiet reicht nach CapeNature 5 Kilometer ins Meer, nach Wikipedia drei Seemeilen. Die De Hoop Vlei ist seit dem 12. März 1975 Ramsar-Gebiet.
Der Tageseintritt beträgt laut CapeNature R50 pro Erwachsenem und R30 pro Kind (Stand Oktober 2026). Cottages und Camping betreibt nicht CapeNature, sondern die De Hoop Collection. Für den Whale Trail, 55 Kilometer von Potberg nach Koppie Alleen mit fünf Übernachtungen, nennen die Seite und das Tarifblatt 2025/26 von CapeNature verschiedene Preise. Lass ihn dir bei der Buchung bestätigen.
Kap Agulhas
Die R319 führt von der N2 bei Swellendam über Bredasdorp nach L'Agulhas, 97 Kilometer. Bredasdorp ist das Versorgungszentrum der südlichen Overberg-Region, mit Shipwreck Museum und dem Heuningberg Nature Reserve, und liegt 35 Kilometer nördlich vom Kap. Für den Agulhas-Nationalpark gilt ab 1. November 2026 eine Conservation Fee von R295 pro internationalem Erwachsenen und R150 pro Kind.
Grootvadersbosch
Ein Wald in den Langebergen. Das Grootvadersbosch Nature Reserve bei Heidelberg schützt 250 Hektar afrotemperierten Wald, laut CapeNature das größte Restvorkommen in den Langebergen: vor allem Eisenholz, dazu Stinkwood, Yellowwood und Red Alder. Es liegt nördlich der Schotterstraße Swellendam, Suurbraak, Heidelberg, in Luftlinie etwa 35 Kilometer von Swellendam.
Wanderer haben die Wahl zwischen Bushbuck Trail (10 Kilometer, drei bis vier Stunden, leicht bis mittel), Sleeping Beauty (9,8 Kilometer, vier bis fünf Stunden) und Grysboksirkel (15 Kilometer, fünf bis sechs Stunden), die beiden letzten anspruchsvoll. Dazu ein Radweg von 6 Kilometern und zwei Vogelbeobachtungshütten. CapeNature nennt knapp 200 Vogelarten. Das Büro ist von 7 bis 16 Uhr besetzt.
Montagu
Montagu liegt in Luftlinie rund 40 Kilometer von Swellendam, auf der Straße kommst du über den Tradouw-Pass und Barrydale hin, ab Barrydale noch rund 60 Kilometer auf der Route 62. Oder über die R60 nach Ashton, 45 Kilometer, und von dort durch den Cogmanskloof-Pass. Der Ort ist bekannt für heiße Mineralquellen und Klettergebiete, darüber steht der Bloupunt mit 1.266 Metern.
Bonnievale und Robertson
Die R60 führt von Swellendam nach Westen: 45 Kilometer bis Ashton, von dort 17 weiter bis Robertson, zusammen rund 62. Bonnievale liegt in Luftlinie etwa 33 Kilometer von Swellendam. Wer nach Kapstadt zurückfährt, kann die Strecke über Robertson und Worcester statt über die N2 nehmen.
Häufige Fragen zum Bontebok-Nationalpark und zu Ausflügen
Ist der Bontebok-Nationalpark nach dem Hochwasser wieder geöffnet?
Der Bontebok-Nationalpark bei Swellendam öffnet nach dem Breede-Hochwasser vom Mai 2026 seit dem 1. August 2026 in Phasen. Stand 1. September 2026 sind sechs Chalets, der Campingplatz und die Wege Aloe Hill, Acacia und Termite offen; die Chalets am Fluss, der Bushbuck und der Ou Tuin Trail sowie der Picknickplatz Die Stroom sind noch geschlossen. Prüf den Stand vor dem Besuch bei SANParks.
Warum gibt es den Bontebok-Nationalpark?
Der Bontebok-Nationalpark wurde 1931 bei Bredasdorp gegründet, um den Buntbock zu retten, von dem damals nur noch etwa 17 Tiere lebten. Die überlebenden Tiere kamen nach Angaben der englischen Wikipedia 1961 an den heutigen Standort am Breede bei Swellendam, weil der Lebensraum dort besser passt.
Brauche ich für den Bontebok-Nationalpark eine Wild Card?
Nein. Am Tor des Bontebok-Nationalparks zahlst du die tägliche Conservation Fee von SANParks; wer eine Wild Card mit Ausweis vorzeigt, zahlt sie nicht. Ausländer können nur die International-Karte kaufen, und die rechnet sich erst bei vielen Parktagen.
Fährt die Fähre in Malgas wieder?
Die motorisierte Fähre über den Breede in Malgas ist seit dem Hochwasser im Mai 2026 geschlossen. Eine Wiedereröffnung war angekündigt, ist aber nicht bestätigt; frag vor der Fahrt bei der Overberg District Municipality nach.
Wo sieht man in der Nähe von Swellendam Wale?
Die nächsten Walbeobachtungsorte ab Swellendam sind Witsand an der Breede-Mündung, das sich „Whale Nursery of South Africa“ nennt, und das De Hoop Nature Reserve. An beiden Orten halten sich Südkaper von Juni bis November auf.
